Persönlich

Matthias Staehelin

Leiter Beschaffung / Behörden

«Die Schnittstelle zwischen Landwirtschaft und Lebensmittelherstellung ist ein faszinierendes Feld»

Matthias Staehelin

Matthias Staehelin hat die Landwirtschaft im Blut. Er ist bis zum Alter von zwölf Jahren in Indien aufgewachsen, wo seine Eltern einen landwirtschaftlichen Schulungsbetrieb führten. Später studierte er an der ETH Zürich Agrarwirtschaft und absolvierte einen Executive MBA. Er stiess 1998 zu Swissmill, wo er als Erstes für die Einführung von SAP verantwortlich war. Im Anschluss übernahm er die Leitung des Teams Beschaffung. Dank seiner Funktion interagiert er mit der gesamten Wertschöpfungskette.

Zu seinem Team gehören vier Mitarbeitende: Max Bartholdi, Martin Bieri, Martin Blaser und Stefan von Felten. Rosemarie Heller, die 18 Jahre lang an Bord war, wurde Ende Juni pensioniert. 

Preise, Label, Zollpapiere: 
Das Team Beschaffung im Porträt

Unser Beschaffungsteam kümmert sich um den Einkauf sämtlicher Rohstoffe, die in der Mühle verarbeitet werden. Das fünfköpfige Team formiert sich zurzeit neu. Wir verabschieden Rosemarie Heller nach 18 Jahren bei Swissmill und stellen die zwei neuesten Teammitglieder vor.
Das Team Beschaffung formiert sich neu: Leiter Matthias Staehelin, Rosemarie Heller (pensioniert), Max Bartholdi, Martin Blaser, Martin Bieri und Stefan von Felten (von links). Bilder: Daniel Suter

In unserer Mühle werden pro Tag bis zu 1000 Tonnen Getreide verarbeitet: Weichweizen, Hartweizen, Hafer, Roggen und Dinkel – aus konventionellem Anbau oder in den Qualitäten Bio, IP Suisse, Koscher und Halal. Der Grossteil stammt aus der Schweiz, der Rest wird aus Europa und Kanada importiert.
 
Das Team Beschaffung sorgt dafür, dass stets die benötigten Mengen und Qualitäten vorhanden sind. Neben den Getreidearten gehören dazu auch Komponenten wie Salz, Zucker, Gluten oder Saaten. «Dabei achten wir natürlich auf den Preis, denn die Rohwarenkosten machen rund 75 bis 80 Prozent des Endproduktpreises aus», sagt Teamleiter Matthias Staehelin.

Logistik, Verzollung und Pflichtlager

Sein Team ist auch für die vorgelagerte Logistik verantwortlich. Die Waren aus dem Ausland kommen primär mit Bahn ins Aussenlager und von da ausschliesslich per Bahn ans Zürcher Sihlquai; jene aus der Schweiz werden vorwiegend mit der Bahn transportiert.

Die Einhaltung der Behördenvorgaben ist dabei eine wichtige Aufgabe. «Diese betreffen vor allem den Grenzübertritt und die Pflichtlagerbewirtschaftung», so Staehelin. Sein Team muss auch sicherstellen, dass die Waren den Label-Vorgaben entsprechen. «Wir haben diesbezüglich bei Bio eine Nullfehler-Toleranz. Alle Lieferungen werden analysiert.»

Breit gefächerte Aufgaben

Das Team kümmert sich auch um die Vermarktung der Mühlennebenprodukte, die bei der Vermahlung anfallen. Die Kleie und Schalenteile werden zu Pellets verarbeitet und dienen als Tierfutter. «Die Nebenprodukte machen beachtliche 20 bis 25 Prozent des Volumens aus», so Staehelin. Sein Team handelt auf monatlicher Basis Preis und Mengen aus. Weitere Aufgaben sind die Interessenvertretung in den diversen Branchenorganisationen sowie die Koordination der Nachhaltigkeitsaktivitäten – von CO2-Verpflichtungen über soziale Kriterien bis zur Energieeffizienz.


Von der ehemaligen DDR ans Zürcher Sihlquai

Rosemarie Heller arbeitete 18 Jahre lang bei Swissmill. Im Team Beschaffung hat sie einige Veränderungen und Grossprojekte miterlebt – zuletzt die Integration in das Coop-System. Nun verabschieden wir sie in den wohlverdienten Ruhestand.


«Rosi» stiess 2008 zum Team. Einige Monate zuvor war sie aus Berlin in die Schweiz gezogen. «Mein damaliger Partner lebte und arbeitete bereits in Zürich», erzählt sie. Da man damals in Berlin kaum permanente Arbeit fand, zog sie nach einigen Jahren nach. Der Start war nicht einfach, auf ihre ersten Bewerbungen kamen nur Absagen. «Zu alt, zu teuer – das waren die häufigsten Antworten», sagt sie.

Bei Swissmill hat es geklappt: Sie begann als Temporär-Mitarbeiterin und wurde bald fest angestellt. Im Team Beschaffung kümmerte sie sich 18 Jahre lang im Vollzeitpensum um Bestellungen, Verzollung, Materialstammdaten, Behördenmeldungen, Monatsberichte und mehr. «Eigentlich war ich Mädchen für alles», lacht sie.

Betriebsschlosserin und Bürokauffrau


Rosemarie Heller ist in der ehemaligen DDR aufgewachsen. Sie lernte Betriebsschlosserin und arbeitete einige Jahre auf dem Beruf. Nach der Geburt ihres Sohnes war sie als Reinigungskraft in der Schule tätig – bis die Wende kam und eine private Firma übernahm. «Auf dem Arbeitsamt sagte man mir, putzen könne ich auch noch, wenn ich alt sei.» Sie konnte eine Umschulung zur Bürokauffrau machen – und dies ermöglichte ihr den Einstieg bei Swissmill.

«Die Arbeit war immer interessant und abwechslungsreich», sagt sie im Rückblick. Jetzt beginnt mit der Pensionierung ein neues Kapitel. Wohin es sie führt, weiss sie noch nicht. «Ich fühle mich noch nicht wie eine Rentnerin.» Auf die neuen Freiheiten freut sie sich trotzdem.

Im Team wird sie fehlen. «Rosemarie hat sich in den 18 Jahren ein enormes Fachwissen angeeignet und war intern eine Drehscheibe für sehr viele», sagt Matthias Staehelin. «Das werden wir durch mehrere Schultern auffangen müssen.» Das ganze Swissmill-Team wünscht «Rosi» nur das Beste und dass sie in der neuen Lebensphase viel Freude und Zufriedenheit erleben darf.


Stefan von Felten: «Getreide liegt mir im Blut»

Stefan von Felten (50) ist im März 2026 bei Swissmill eingetreten. Als gelernter Müller, Müllereitechniker und Lebensmittelingenieur FH bringt er umfassendes Know-how unserer Branche mit.


Wie sind Sie zur Swissmill gestossen?
Ich habe die letzten 20 Jahre bei einer anderen Mühle im Bereich QM/QS/IT gearbeitet. Nach dieser langen Zeit wollte ich eine berufliche Veränderung. Nach einer Auszeit bin ich auf die Stelle im Einkauf bei der Swissmill gestossen. Die Mühle war mir natürlich ein Begriff und Matthias Staehelin kannte ich von verschiedenen Anlässen.

Was gefällt Ihnen an Ihrem Beruf?

Getreide liegt mir im Blut. Mein Vater hatte eine kleine Futtermühle und Sammelstelle und wir drei Buben halfen natürlich viel mit. Mein ältester Bruder Daniel ist ebenfalls Müller/Müllereitechniker. In meiner Freizeit helfe ich in der kleinen Mühle meines Bruders Kurt mit. Er hat Mühle und Bauernhof vor 20 Jahren übernommen und produziert nach wie vor Mehl in 5 kg Säcken für die nähere Region.
 
Was sind Ihre wichtigsten Aufgaben?

Ich kümmere mich um die Abwicklung der Getreide- und Komponenteneinkäufe, die Rechnungsprüfung, die Lagerführung der Aussenlager sowie um das Reporting.

Was sind aktuell die grössten Herausforderungen?

Die Einarbeitung in SAP und in die Abläufe bei Swissmill haben mich die ersten Monate gefordert. Bald steht die neue Getreideernte an und wir hoffen auf gute Qualitäten. 


Martin Bieri: «Kundennähe heisst, gemeinsam voranzukommen»

Martin Bieri (46) arbeitet seit November 2024 bei Swissmill. Damals war die Migration in das neue Coop-SAP in vollem Gang. Als Agronom bringt er einen starken Bezug zur Landwirtschaft mit.


Wie sind Sie zur Swissmill gestossen?
Ich habe eine neue Herausforderung gesucht, die näher bei meinen Wurzeln ist. Ich bin gelernter Landwirt und Agronom FH. Nach dem Studium arbeitete ich bei der Landi, wo ich unter anderem eine Getreidesammelstelle führte. Ich war also schon mal Zulieferer der Swissmill. Danach machte ich einen Abstecher in den Treuhandbereich.

Was sind Ihre wichtigsten Aufgaben?
Ich kümmere mich in der Einkaufsadministration vor allem um Bestellungen, erfasse Kontakte, buche Wareneingänge und prüfe, ob alle Unterlagen vorhanden sind. Dies ist unter anderem für die Rückverfolgbarkeit und den Ursprungsnachweis sehr wichtig.

Was sind aktuell die grössten Herausforderungen?
Im Tagesablauf an alle Ausnahmen der Ausnahmen zu denken. Zudem haben wir aufgrund der im Mai 2025 abgeschlossenen Migration auf SAP S/4HANA neue Möglichkeiten. Die Vor- und Nachteile müssen aber gut gegeneinander abgewogen werden.

Die Kundennähe ist ein Schwerpunkt der Coop-Gruppe für das Jahr 2026. Was bedeutet sie für Sie?
Kundennähe heisst zu spüren, welche Bedürfnisse vorhanden sind – damit wir die beste Lösung finden können und so alle zusammen vorankommen. 


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